Maja kam in die Augensprechstunde, weil ein schmerzhaftes Loch in ihrer Hornhaut (Ulcus) einfach nicht heilen wollte, obwohl sie die richtigen Augentropfen bekam. Ihr linkes Auge war bereits trüb und ihr Sehvermögen eingeschränkt. Sie wollte ihr schmerzendes Auge die meiste Zeit nicht richtig öffnen.

Abb. 1 : Majas linkes Auge ist trüb, weil ihr ein großer Hornhautdefekt das Leben schwer macht.
Die Ursache
Ein Blick unter ihr Oberlid zeigte den Übeltäter. Ein kleines Haar, eine sog. ektope Zilie, piekste tagein tagaus auf ihre Hornhaut, verursachte so den Defekt und verhinderte dessen Heilung. Sie wuchs aus Majas Bindehaut heraus und zeigte direkt auf ihr Auge. Bei jedem Lidschlag verschlimmerte die Zilie Majas Problem weiter.
Diese versteckten Härchen sehen wir bei Französischen Bulldoggen häufig. Auch Shih Tzus und Möpse sind häufiger betroffen.

Abb. 2 : Hier sieht man das große Loch in ihrer Hornhaut. Bakterien machen sich dort schon breit und dichte rote Blutgefäße sind auf dem Weg zum Defekt, um bei der Heilung zu helfen. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man an der rosa Pfeilspitze ein winziges Haar, die ektope Zilie erkennen. Sie ist schuld an dem ganzen Drama.
Was nun?
Es gab nur eine Lösung. Das Haar musste mitsamt der Wurzel entfernt werden. Da diese Haare sehr klein sind, braucht man dafür ein Op-Mikroskop. Das Haar wird umschnitten und entfernt.

Abb. 3 : Hier ist der Übeltäter noch einmal größer unter dem Op-Mikroskop zu sehen, ein schwarzes Härchen, innen am Lid, inmitten einer kleinen blasigen Erhebung.

Abb. 4 : Grafik zur OP einer ektopen Zilie. Das Lid wird mit einer Chalazionklemme fixiert und umgeklappt. Die Klemme verhindert während der OP auch Blutungen, die die Sicht behindern würden. Das Haar wird umschnitten und mit der Wurzel entfernt. Eine Naht erfolgt nicht.

Abb. 5 : Majas Auge unter dem Op-Mikroskop nach Entfernung des Haares (daher die Blutung) und Glättung der Hornhautwunde.
Nachdem der Störenfried beseitigt war, war der Weg für die Heilung frei. Frauchen und Herrchen haben fleißig Augentropfen gegeben und Maja geht es jetzt wieder gut.
Eine kleine Narbe wird immer an den großen Defekt erinnern.

Abb. 6 : Maja heute: Jetzt geht’s ihr wieder prima. Danke an Frauchen für die schönen Bilder 🙂.