Hornhauterkrankungen und rekonstruktive Hornhautchirurgie

Die Hornhaut ist die klare, empfindliche Vorderfläche des Auges. Verletzt sie sich, entzündet sie sich oder trübt sie sich ein, macht sich das meist durch ein rotes, tränendes oder zusammengekniffenes Auge bemerkbar.

Wann Sie zu uns kommen sollten

  • ein plötzlich schmerzhaftes, tränendes oder zugekniffenes Auge
  • eine sichtbare Trübung oder ein weißlicher, gräulicher oder dunkler Fleck auf der Hornhaut
  • ein Hornhautdefekt, der trotz Behandlung beim Haustierarzt nicht abheilt
  • chronischer, zäher Augenausfluss oder wiederkehrende Bindehautentzündungen

Häufige Krankheitsbilder

  • Verletzungen und Geschwüre (Ulzera) der Hornhaut, auch tiefe oder bereits durchgebrochene Defekte
  • hartnäckige, nicht heilende Defekte wie das SCCED (“Boxerulcus”)
  • chronische Entzündungen, zum Beispiel die erbliche Pannus-Erkrankung beim Schäferhund
  • Infektionen, unter anderem durch das Katzenherpesvirus
  • Cornea nigra (Hornhautsequester) – eine schwärzliche Gewebsnekrose, die vor allem bei kurznasigen Katzenrassen vorkommt
  • Dermoide – angeborene, behaarte Hautinseln auf der Hornhaut, die ständig reiben
  • trockenes Auge und Fremdkörper

Was wir untersuchen

Mit einem speziellen Farbstoff (Fluoreszein) färben wir die Hornhautoberfläche an – Defekte werden dabei grün sichtbar, auch wenn sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.

Das Bild zeigt einen grün angefärbten Hornhautdefekt durch Fluoreszein.

Fluoreszein-Teststreifen zur Anfärbung der Hornhautoberfläche.

Das Bild zeigt einen grün angefärbten Hornhautdefekt durch Fluoreszein.

Mit Fluoreszein angefärbter Hornhautdefekt – der Farbstoff macht die Wunde eindeutig sichtbar.

Behandlung

Je nach Befund reicht das Spektrum von Augentropfen über einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung – zum Beispiel das Anrauen der Wundränder bei nicht heilenden Defekten, teils mit einer feinen Diamantfräse (Abrasio corneae) – bis zur Operation in Vollnarkose. Bei tiefen oder bereits durchgebrochenen Defekten decken wir die Hornhaut mit körpereigenem Gewebe (Bindehaut- oder Hornhaut-Bindehaut-Transplantat) oder stabilisieren sie vorübergehend mit einer speziellen Kontaktlinse oder einem Amnionprodukt, bis die Wunde selbst wieder tragfähig ist.

Mehr zu einzelnen Krankheitsbildern der Hornhaut – etwa dem einschmelzenden Hornhautgeschwür oder der Herpes-Infektion der Katze – finden Sie in den weiterführenden Wissensbank-Artikeln unten auf dieser Seite.

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